Lass uns immer aufbrechen und nie ankommen / Berlin (2009)

«Heute träumte mir, ich sei ein kleine Erbse mitten im Atlantischen Ozean. Ich erhob mich aus den Wellen und sagte: ‹Mit mir fängt die Landbildung an!›. Darauf zerschellte ich am afrikanischen Kontinent.» (Hans Jürgen von der Wense, 1894-1966)

Ist ein Leben möglich, das dem Leben entflieht? In den Briefen des Hans Jürgen von der Wense wird ein solches entworfen. Sein eigenes. Ein Leben, das sich  exzentrisch an den Sinn dieser Welt annähert, verweigert, aufschiebt und verspricht. Dazu eine totale Ablehnung gesellschaftlichen Lebens. Ein Kampf und ein Unterliegen. Eine stete Wanderung – zwischen Pathos und Verzweiflung.

Das Projekt «lass uns immer aufbrechen und nie ankommen» ist eine performative Annäherung an den Wenseanischen Kosmos. Mit der Suche nach diesem delirierenden Enthusiasten, dem Briefeschreiber, Komponisten, Astrologen, Übersetzer, dem Welteninventarisierer und exzessiven Wanderer, wird sein nie vollendetes Werk aufgenommen und um ein neues Kapitel erweitert. Doch ist dies eigentlich möglich? Ist Wense möglich?

Aufführungen vom 11. – 14. Juni 2009 in den Uferhallen Berlin und am 10. Juli im bat Studiothetater der HfS Ernst Busch

KONZEPT UND CHOREOGRAPHIE: Corsin Gaudenz | MIT: Alexander Schröder, Evelyne Gugolz, Klaas Hübner, Miriam Walther | MUSIK: Klass Hübner | BÜHNE: Frieda Schneider | DRAMATURGIE: Gordon Florenkowsky | LICHT: Sandra Blatterer | GEFÖRDERT DURCH: Stadt und Kanton Schaffhausen, Tanzhaus Zürich, HZT (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin)