Supplément (2011)

Der Performance-Spaziergang ist ein etabliertes Format von stromereien. Er verbindet Arbeiten der Künstler und schafft unter den Besuchern durch gemeinsames Gehen und Reden und gemeinsames Beobachten eine Atmosphäre der Ruhe.
„Supplément“ verlagert die Aufmerksamkeit vom Kunstraum auf die eigene Bewegung im städtischen Raum und findet im Anschluss an die Präsentationen statt. Der Spaziergang geht einfach weiter. Limmat abwärts.

Die Idee basierte hauptsächlich auf den Eindrücken und Erfahrungen, die ich als Zuschauer des Festivals in den Jahren 2009 und 2007 gemacht hatte. Die Erfahrung nämlich, dass ich den Spaziergang, der die verschiedenen gezeigten Arbeiten verband, als „grundlegendster Kern“ oder eben eigentlicher Gegenstand des Festivals empfand. Meine Arbeit griff diese Beobachtung auf, in dem ich bewusst das gemeinsame Gehen als Form kollektiver Erfahrung zum Gegenstand der Arbeit machte. Das Projekt zielte auf eine „Verlängerung“ dieses gemeinsam zurückgelegten Weges hin, indem zum Schluss des Rundganges eine weitere Arbeit ankündigte wurde. Wer sich entschied an diesem „Supplement“  teilzunehmen, begab sich sodann auf eine Wanderung limmatabwärts. Der Bestimmungsort der Wanderung allerdings war nicht definiert. Die Limmat – Leitfaden des Festivals – war Leitfaden meiner Arbeit. Der Ausgang blieb dabei vollkommen offen.  Jedem Zuschauer, Wanderer war es freigestellt irgendwann abzuspringen und mit den öffentlichen Verkehrsmittel nach Hause zu fahren.

Einmal lief ich bis Baden. Einmal bis Dietlikon.

3. und 11. August 2011, Performancefestival „stromereien“ Zürich

KONZEPT UND UMSETZUNG: Corsin Gaudenz